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13 Länder mit Visum für Digitale Nomaden und Remote Worker

10. Dezember 2021
by JuliaColonia

Warum nicht eine längere Zeit im Ausland arbeiten? Kein Wunder wenn es dich aus dem Homeoffice oder dem (Coworking) Büro in wärmere Gebiete zieht. Glücklicherweise war das noch nie so einfach wie jetzt! So viele Länder mit einem Visum für Digitale Nomaden bzw. für Remote Work und mobiles Arbeiten gab es noch nie.

 Auf Grund fehlender Touristen und damit einer wichtigen Einnahmequelle haben einige Länder im letzten Jahr spezielle Arbeitsvisa entwickelt, die es ermöglichen, legal im Ausland zu arbeiten. Falls es daher dein Wunsch ist, auch einmal z.B. ein Jahr lang im Ausland zu arbeiten:

YES, go for it! 

Falls jetzt erste Fragezeichen bei dir auftauchen, lass mich gleich die wichtigste Frage beantworten und deine Verwirrung auflösen:

Was ist ein Visum für Digitale Nomaden?

Ein Visum für Digitale Nomaden ist ein spezielles Arbeitsvisum, welches ortsunabhängigen Unternehmern oder Arbeitnehmern erlaubt, für eine gewisse Zeit (meistens 1 Jahr) legal im Ausland zu leben und zu arbeiten. Zumeist entfällt die Steuerpflicht vor Ort und es ist kein Immigrationsprozess nötig. Die bürokratischen Hürden für die genannten Visa sind vergleichsweise gering, so dass sie recht einfach zu beantragen sind.

Welche Visa für digitale Nomaden gibt es aktuell? Ein bunter Wegweiser

Was sind die Vorteile von Visa für Digitale Nomaden?

Mit einem Visum für Digitale Nomaden können remote Arbeiter legal und steuerlich unkompliziert in einem anderen Land arbeiten. Darüber hinaus ermöglicht ein solches Visum die unbegrenzte Ein- und Ausreise in das jeweilige Land im genehmigten Zeitraum. Einige Visa gelten direkt für die gesamte Familie, so dass nicht nur Singles von den Möglichkeiten profitieren.

Gleichzeitig bieten die Visa auch Vorteile für das jeweilige Land: Es entsteht keine Konkurrenz um Arbeitsplätze vor Ort und dennoch profitiert die Wirtschaft von den Einnahmen durch digitale Nomaden.  

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um ein Visum für Digitale Nomaden beantragen zu können?

Einige bürokratische Hürden musst du – unabhängig vom jeweiligen Land – nahezu bei jedem Visum für Digitale Nomaden nehmen. Dazu gehören:

  • Nachweis einer Auslandskrankenversicherung
  • Der Arbeits-Schwerpunkt muss im Ausland liegen und es darf keine Arbeit vor Ort gesucht werden
  • Grundsätzlich ist auch ein Nachweis über die eigene Tätigkeit und/oder ausreichend liquide Mittel nachzuweisen
  • Häufig wird ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt

Je nach Land unterscheiden sich die einzelnen Voraussetzungen oder es kommen weitere hinzu.
Genug von Bürokratie – lasst uns nun in ferne Länder schweifen.

Welche Länder bieten aktuell ein Visum für Digitale Nomaden an?

NEU : Brasiliens neues Visum für Digitale Nomaden ! 

Fantastische Neuigkeiten! Brasilien bietet nun auch ganz neu ein Visum für Digitale Nomaden an – das ´Temporary Visa ´ für Digital Nomads!

Es ist das erste südamerikanische Land, welches ein Visum für Digitale Nomaden einführt, daher freuen mich diese News umso mehr. Brasilien ist so groß und derart vielfältig – das Land ist in etwa 24-mal (!) so groß wie Deutschland. Dort findet Jeder einen Ort, um sich wohl und wie zu Hause zu fühlen – und gleichzeitig Strände oder Regenwald direkt vor der Haustür zu haben. 

Um das Visum für Digitale Nomaden beantragen zu können, muss nachgewiesen werden, dass man über ein monatliches Einkommen von mindestens 1.500$ verfügt oder sich ein Betrag von mindestens 18.000$ auf dem eigenen Konto befindet. Das Visum ist ein Jahr gültig und kann um ein weiteres Jahr verlängert werden. 

Achtung: Nach 183 Tagen gilt man als steuerpflichtig – um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden, sollte man zuvor unbedingt die individuelle Situation prüfen, um eine böse Überraschung zu vermeiden. 

1. Bahamas

Name des Visums: Bahamas Beats Visum
Gebühren: 25 $ Bearbeitungsgebühr (p.P.) plus 1.000 $ Visakosten für Einzelpersonen, 500 $ für jedes weitere Familienmitglied
Gültigkeitsdauer: 1 Jahr

Für die Bahamas spricht allein die große Abwechslung, die sich jedem digitalen Nomaden dort bietet: Gleich 16 Inseln des Inselstaates sind mit dem Visum besuchbar. Damit kannst du selber entscheiden, ob es dich mehr in lebendige Städte wie Nassau zieht oder doch eher auf idyllische & exotische Inseln.

Auch für einzigartige Ausflüge sind die Bahamas definitiv zu haben, denn wer hat noch nicht von den schwimmenden Schweinen gehört.
Alternativ: Mit Haien schwimmen, Höhlensysteme schnorchelnd erkunden oder schwarze Leguane füttern.

Es muss zwar ein Arbeitsnachweis (vom Arbeitgeber oder der Selbstständigkeit) erbracht werden, allerdings ist laut der Homepage kein Mindesteinkommen nachzuweisen, was den Bewerbungsprozess vereinfachen dürfte.

Informier dich aber gut im Vorfeld, insbesondere Unterkünfte sind ziemlich teuer (die günstigsten starten bei 45€ pro Nacht). Vor Allem wenn du nicht nur in Nassau verweilen, sondern andere Inseln erkunden möchtest, solltest du ein höheres Budget ansetzen.

Wenn du auch wie auf diesem Foto in einer Hütte am abgelegenen Strand arbeiten möchtest, ist das Visum der Bahamas für dich geeignet

2. Dubai / Vereinigte Arabische Emirate

Name des Visums: Virtual Working Programme
Gebühren: 611 $ pro Person (setzt sich zusammen aus 287$ Visagebühren + sonst. Gebühren)
Gültigkeitsdauer:  1 Jahr

Dubai fasziniert durch Einzigartigkeit und bietet Digitalen Nomaden bereits jetzt eine gute Infrastruktur, da seit langer Zeit eine große Zahl an Expats dorthin ziehen.Skyline einer Großstadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch ein Ort für dich zum Arbeiten?

Seit 2020 gibt es jetzt auch das Virtual Working Visum – für Jeden, der mobil und ortsunabhängig im Ausland arbeiten möchte.

Das Visum zeichnet u.A. aus, dass die Familie mit umziehen kann und vor Ort eine ´Resident ID´ ausgestellt wird.

Mit dieser erhält man Zugang zur Infrastruktur vor Ort, so dass beispielsweise ein Telefonanschluss möglich wird, Konten eröffnet werden können oder auch die Kinder vor Ort zur Schule gehen können (die Qualität der Bildungseinrichtungen ist sehr gut, kostet aber auch Einiges).

  • Die Coworking-Szene vor Ort ist gut aufgestellt 
  • Das Programm bietet Möglichkeiten zur Vernetzung
  • Die super Fluganbindung als internationaler Hub könnte für den ein oder anderen ein weiteres Argument sein, sich dort niederzulassen

Um dieses Visum beantragen zu können muss ein monatliches Gehalt von mindestens 5.000 $ (es zählt der Durchschnitt der letzten drei Monatsgehälter) nachgewiesen werden.

3. Mauritius Visum

Name des Visums: Premium Visa
Gebühren: 0 €
Gültigkeitsdauer: 1 Jahr (kann erneuert werden)

Mauritius ist eine Insel vor der afrikanischen Küste, welche mich an versunkene und paradiesische Welten erinnert und glatt aus Jurassic Park stammen könnte. Im Gegensatz zu manchen Karibikinseln ist Mauritius unglaublich grün und traumhafte Strände, Wälder und Wasserfälle gehen ineinander über.

Auch die Gesellschaft und das Essen sind sehr bunt & vielfältig da unterschiedlichste Kulturen aufeinandertreffen. Wer mich kennt, weiß, dass ich Alles stehen und liegen lasse, sobald ich die Möglichkeit habe, Wale oder Delfine beobachten zu können (oder gar mit ihnen zu schnorcheln) – auch hierfür ist Mauritius der perfekte Ort.

Das Premium Visa für Mauritius weiß auch zu überzeugen, da es gänzlich kostenlos ist.

Die Lebenshaltungskosten sind zudem vergleichsweise niedrig und in etwa mit Portugal vergleichbar.

Es könnte Alles so schön sein, wenn man nicht (nach 183 Tagen) als steuerlich ansässig gelten würde. Das muss nicht zwingend ein Problem für dich darstellen, allerdings solltest du unbedingt zuvor im Heimatland klären, wie die Steuerformalitäten aussehen und wo diese gezahlt werden, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Ansonsten muss bei Beantragung des Premium Visums noch ein Nachweis der Bank oder alternativ ein Arbeitsvertrag eingereicht werden, um eine finanzielle Absicherung von 1300€ im Monat nachzuweisen.

PS: Nach den Einreisebestimmungen musste ich etwas suchen, diese findet man aktuell → hier .

4. Seychellen

Name des Visums: Workcation Retreat
Gebühren: 45 $
Gültigkeitsdauer: bis zu 1 Jahr

Die Seychellen sind ein paradiesisches Inselarchipel vor der Westküste Afrikas. Das Workcation Retreat Visum fällt mir sofort positiv durch die niedrigen Visa-Gebühren auf – ein Punkt an die Seychellen.

Zudem sind die weiteren Anforderungen an remote Worker vergleichsweise gering:
Beispielsweise muss ein Nachweis von ´income and wealth´ vorgelegt werden, welcher aber nicht näher definiert ist. Zudem ist ein Ticket der Weiter-/ Rückreise erforderlich. Im Gegenzug kann das Visum kann auch auf Familienmitglieder ausgedehnt werden.

Leider muss ich die Euphorie an dieser Stelle (etwas) dämpfen:
Die Seychellen sind grundsätzlich auf eher hochpreisigen Tourismus ausgerichtet – dementsprechend hoch sind die Unterkunftspreise.

Paradiesische Strände und blauer Ozean wie auf diesem Foto warten auf dich mit dem Workcation Retreat Visum der Seychellen

Zwar können Digitale Nomaden auf den Seychellen mit ihrem Visum viele Leistungen etwas günstiger erhalten, sind aber in der Wahl der Unterkunft limitiert: Es dürfen lediglich akkreditierte und lizensierte Wohnungen oder Hotels gemietet werden. Der Nachweis über eine solche Unterkunft muss bereits mit Beantragung des Visums erfolgen. Diese Regelung sehe ich als recht großen Nachteil, da die eigene Flexibilität ziemlich stark eingeschränkt wird.

Achtung: Das Visum muss mindestens 60 Tage vor Reisebeginn beantragt werden.

5. Barbados:

Name des Visums: Barbados Welcome Stamp
Gebühren: 2000 $ für Einzelpersonen. 3000 $ für Paare und Familien
Gültigkeitsdauer: 1 Jahr (kann danach erneuert werden um ein weiteres Jahr)

Barbados gehört zu den kleinen Antillen, weshalb die Insel insbesondere ortsunabhängige Sonnenanbeter begeistern dürfte (sogar während der Regensaison gibt es bis zu 9 Stunden Sonne am Tag). Idyllische Strände, Kolonialstädte, aber auch Nationalparks und Tropfsteinhöhlen kann man entdecken.

Aber sei gewarnt: Die Lebenshaltungskosten sind grundsätzlich recht hoch. Insbesondere Lebensmittel (und somit auch Restaurantbesuche) sind sehr kostspielig.

  • Möblierte Unterkünfte sind günstiger und können z.B. über lokale Seiten wie www.barbadospropertysearch.com gefunden werden.
  • Für Interessierte gibt es auch ganz frisch einen Podcast.
  • Weitere gute Neuigkeiten: Seit dem 17.10.2021 bietet KLM Direktflüge ab Amsterdam an.

Die Visa-Beantragung für den Barbados Welcome Stamp erfolgt online und erscheint recht unkompliziert.  Während der Beantragung musst du bestätigen, dass du erwartest, im kommenden Jahr ein Einkommen von 50.000 $ oder mehr zu erzielen.

6. Antigua & Barbuda

Name des Visums: Nomad Digital Residence Visa
Gebühren: 1500$ für Einzelpersonen, 2000$ für Pärchen, 3000$ für Familien (drei Personen und mehr)
Gültigkeitsdauer: 2 Jahre

Der Staat ´Antigua und Barbuda´ besteht aus den beiden Inseln ´Antigua´ und ´Barbuda´ und bietet eine beeindruckende Umgebung mit Regenwäldern und endlosen Traumstränden. Der Großteil der Bevölkerung lebt auf Antigua während Barbuda die kleine, wunderschöne Schwester ist und zurecht als ´remote island´ bezeichnet werden darf.

Antigua wirbt damit, für jeden Tag im Jahr einen Strand zu bieten, da die Insel über 365 Strände besitzt. Das finde ich irgendwo ziemlich charmant – falls dich Wassersport begeistert, ist diese Insel vermutlich wie für dich gemacht.

Allerdings musst du schon recht gut verdienen um einen Einkommensnachweis von über mind. 50.000$ Jahreseinkommen sowie die Visakosten bedienen zu können.

→ Vor der Pandemie gab es übrigens sogar Direktflüge von Deutschland nach Antigua; falls diese wieder eingeführt werden, wäre das noch ein Pluspunkt für dieses Visum.

Ein Ausflug im exotischen Regenwald ist möglich mit dem Visum für Digitale Nomaden. Das Meer im Hintergrund.

7. Bermuda

Name des Visums: Work from Bermuda Visa
Gebühren: 263$
Gültigkeitsdauer: 1 Jahr

Die Bermuda Inseln liegen im Atlantik und zählen zum britischen Überseegebiet. Das neue Work from Bermuda Visum kommt zunächst als sehr attraktiv daher: Lediglich 263$ sind nötig und man kann mit etwas Glück sofort loslegen.

Wenn du dein Glück jetzt gar nicht fassen kannst, möchte ich dich aber warnen: Bermuda hat die teuersten Lebenshaltungskosten weltweit!   Daher solltest du definitiv über ein gutes finanzielles Polster oder ein sehr gutes Einkommen verfügen.

Natürlich kann man immer sparen, wenn man sich einschränkt, aber selbst damit wirst du dort nicht sehr weit kommen: Alleine ein 1-Zimmer-Apartment kostet in etwa 1.800$ im Monat. Low Budget Alternativen oder bspw. Couchsurfing gibt es kaum. Lebensmittel müssen importiert werden, so dass ein Toastbrot auch mal 7$ oder ein kleines Bier 5$ kosten kann.

Während meines Jobs im Outback in Australien habe ich ähnliche Preise erlebt (bspw. eine Tafel Schokolade für 11$). Das mag zunächst unwirklich und amüsant klingen, aber wenn ihr dann wirklich vor solch einem Supermarktregal steht, vergeht euch schnell das Lachen. Nehmt solche Warnungen daher bitte ernst.

Ansonsten ist Bermuda natürlich ein sehr schönes Fleckchen Erde mit vielen Museen, historischen Ausflugsmöglichkeiten sowie dekadenten Erlebnissen, Clubs und Unterkünften – verschafft euch gerne hier einen Überblick.

8. Anguilla

Name des Visums: Work from Anguilla
Gebühren: 2000$ für Einzelpersonen, 3000$ für Familien (+250 € für jedes Familienmitglied)
Gültigkeitsdauer: 1 Jahr

Anguilla bietet sich an, um komplett zu entschleunigen und sich zu erholen. Es ist weniger besucht als verwandte Inseln und verspricht jedem Digitalen Nomaden Idylle.

Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass es weniger Action gibt und Adrenalinjunkies vermutlich nicht auf ihre Kosten kommen werden. Es gibt weder Kinos noch Shoppingmalls oder touristische Märkte. Zumal die Insel nur 90 Quadratkilometer groß ist – Entdeckern sind somit definitiv Grenzen gesetzt.

Wenn du aber einen Roman fertig stellen oder einfach mal wieder zu dir selber zurückfinden möchtest, dann ist Anguilla wie für dich gemacht.

→ Laut Homepage erfolgt bei Beantragung des Visums keine Einkommensprüfung, stattdessen muss eine kurze Beschreibung der Tätigkeit eingereicht werden.

9. Montserrat

Name des Visums: Montserrat Remote Worker Stamp
Gebühren: 500$ für Einzelpersonen, 750$ für Familien (bis zu drei Personen; zusätzliche Person: 250$)
Gültigkeitsdauer: 1 Jahr

Falls selbst Anguilla noch zu turbulent für dich ist, wirst du vermutlich auf Montserrat glücklich. Lediglich knapp 5.000 Menschen leben auf der exotischen Insel.

Interessant und bedrückend zugleich finde ich übrigens die Ausflugsmöglichkeiten auf Montserrat: 1997 zerstörte ein Vulkanausbruch die Hauptstadt der Insel ´Plymouth´ fast vollkommen. Die Einwohner flüchteten aus der Stadt und hinterließen einen morbiden, aber mystischen Ort.

Auch heute noch können die verlassenen Häuser, welche teils unter meterhohen Lavaströmen begraben wurden, besichtigt werden.  Für Jeden, der auf ´Lost Places´ steht, ein lohnenswerter Ausflug.
Aber Achtung: Die gesamte betroffene ´Exclusion Zone´ darf nur mit einem kundigen Guide betreten werden. Daneben können auch Vulkan-Aussichtspunkte und ein Observatory sowie Fledermaushöhlen besucht werden.

Entspannen am Wasser als Digitaler Nomade mit dem Visum Montserrat Remote Worker Stamp

Zurück zum eigentlichen Thema: Um das Montserrat Remote Worker Stamp Visum beantragen zu können, muss ein jährliches Einkommen von 70.000 $ nachgewiesen werden. Darüber hinaus sticht das Visum aber mit seiner Familienfreundlichkeit hervor, weil auch für die Kinder von Remote Workern keine Schulgebühren anfallen (bis auf 100 $ Anmeldungsgebühr).

10. Dominica

Name des Visums: WIN – Work In Nature
Gebühren: Bearbeitungsgebühr 100 $ plus Visakosten 800 $ für Einzelpersonen, 1.200 $ für Familien
Gültigkeitsdauer: 18 Monate

Dominica gehört zu der Inselgruppe der kleinen Antillen und bietet jetzt auch für Digitale Nomaden ein wildes Paradies voller Vielfalt und Natur:
Regenwald, heiße Quellen, exotische Früchte, Wasserfälle, Rum.

Positiv hebt sich Dominica dadurch ab, dass es für alle Preisklassen Unterkünfte gibt. Sowohl Hostelbetten (einfache starten bereits bei ca. 20-25 Euro pro Nacht) als auch hochpreisige Suiten und Apartments kann man problemlos im Vorfeld buchen. So kauft (bzw. mietet) man nicht die Katze im Sack sondern kann sich ganz in Ruhe vor Ort nach passenden langfristigen Unterkünften umschauen.

Zudem finde ich es gut, dass explizit sowohl Ehepartner als auch unverheiratete Partner als eine Familie zählen und mit einem Visum einreisen können. Andere Länder verlangen hier teilweise strikt eine Heiratsurkunde. Kinder können staatliche, private sowie online Schulen vor Ort besuchen.

Es muss ein Jahreseinkommen von mind. 50.000 $ nachgewiesen werden oder dass genügend finanzielle Mittel vorhanden sind.

11. Curaçao

Name des Visums: @Home in Curaçao
Gebühren: 294 $ pro Person
Gültigkeitsdauer: 6 Monate (kann um 6 Monate verlängert werden auf insgesamt 1 Jahr)

Curaçao gehört zu den niederländischen Antillen: Die Insel ist sehr lebendig und bietet jede Menge Clubs, Bars, Casinos, karibischen Karneval sowie traumhafte Schnorchelspots.

Darüber hinaus gibt es eine Menge Strände, wovon die Schönsten allerdings häufig an Bars oder Restaurants angeschlossen sind, so dass für einen Strandbesuch auch mal eine Gebühr anfallen kann. 2.50 € für einen Strandtag sind nicht viel, aber bei einem Aufenthalt von einem Jahr kann es durchaus einen Unterschied machen. Daher am besten vorher noch einmal genauer recherchieren, ob deine Erwartungen diesbezüglich erfüllt werden können.

Positiv fällt auch bei Curaçao auf, dass man von schönen, farbenfrohen Hostels (starten ab 20€ pro Nacht im Mehrbettzimmer) bis zum oberen Preissegment die freie Wahl hat.

Um das Visum zu beantragen, muss aktuell…

  • …keine bestimmte Einkommensgrenze erreicht werden
  • …lediglich ein Nachweis über die Arbeitsstelle oder die Selbstständigkeit im Ausland vorgelegt werden
  • …Zusätzlich muss man sich bereits vor Einreise um einen Rückflug kümmern. Mit nur einem One-Way-Ticket kannst du nicht in Curaçao einreisen

Vielleicht auch dein nächster Arbeitsort für Remote Work? Die bunten Häuser von Willemstand auf Curacao

12. Cayman Islands

Name des Visums: Global Citizen Concierge
Gebühren: (für bis zu 2 Personen) 1.469 $ pro Jahr (plus 7% davon zusätzlich für Kreditkartenprozesse)
Gültigkeitsdauer: 2 Jahre

Die Cayman-Inselgruppe besteht aus drei Inseln namens Grand Cayman, Little Cayman und Cayman Brac und befindet sich 290 Kilometer nordwestlich von Jamaika.

So paradiesisch die Inseln auch sind, ist das Visum preistechnisch eher ein Stimmungskiller. Wenn du dachtest, ein Einkommensnachweis von 50.000 $ oder 70.000 $ sei schon viel, mach dich bereit für die Cayman Inseln:
Von Einzelpersonen wird ein Nachweis von über 100.000 $ pro Jahr gefordert (von Paaren 150.000 $ und Familien 180.000 $). Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten sehr hoch und auch die jährliche Visagebühr nicht ohne. Daher eignet sich dieses Visum wohl nur für bereits ziemlich erfolgreiche Remote Worker (und richtet sich bewusst auch an diese), welche sich über Geld nicht allzu viele Gedanken machen müssen und Extravaganz lieben.

→ Zusätzlich zu den üblichen Anforderungen verlangen die Cayman Inseln übrigens eine notariell beglaubigte Bank Reference inkl. 6 Monaten Gehaltsnachweis.

13. Cabo Verde/ Kapverden

Name des Visums: Remote Working Cabo Verde
Gebühren: 20 € Visagebühr pro Person plus 34 € Flughafengebühr pro Person
Gültigkeitsdauer: 6 Monate (kann um 6 Monate verlängert werden auf insgesamt 1 Jahr)

Falls die karibischen Inseln bislang etwas zu eintönig paradiesisch und die Cayman Inseln zu kostspielig für dich sind, könnten die Kapverden genau das Richtige sein.

Cabo Verde ist ein Inselstaat mit insgesamt 10 Inseln vor der afrikanischen Westküste. Die Landschaft ist unglaublich vielfältig:  Wüsten, Gebirge, weiße Sandstrände, schwarze Strände, Vulkane und dazu scheint die Sonne ganze 350 Tage im Jahr. Jede Insel hat ihren eigenen Charakter, so dass Abwechslung garantiert ist.

Um das Visum für Remote Work beantragen zu können musst du ein monatliches Einkommen von mindestens 1.500 € (es zählt der Durchschnitt der letzten sechs Monatsgehälter) nachweisen können. Familien ein durchschnittliches Einkommen von 2.700 €. Die Visa-Gebühren sind jedoch vergleichsweise sehr günstig, so dass man auch an dieser Stelle Einiges spart. Nicht zu vergessen die Lebenshaltungskosten: Im Vergleich zu den meisten vorgestellten Visa sind die Kapverden preiswert. Bspw. gibt es auf allen Inseln günstige Unterkünfte (eine große Auswahl zwischen 14€-20€ die Nacht).

Für europäische Remote Worker ist zudem die Nähe von Cabo Verde ein Vorteil: Ein Flug von Deutschland dauert in etwa 7 Stunden, womit der Inselstaat schneller zu erreichen ist als die meisten anderen vorgestellten Ziele.

Welche Länder planen ein Visum für Digitale Nomaden?

Costa Rica

Das neue Visum für digitale Nomaden wurde mittlerweile fix beschlossen – es muss lediglich noch vom Präsidenten unterzeichnet und in ein konkretes Gesetz umgesetzt werden. Zugegeben, Costa Rica ist – für Mittelamerika –  kein günstiges Land. Wenn man es sich leisten kann, aber vermutlich ein wunderschönes Land zum remote arbeiten. Das Visum soll ein Jahr lang gültig sein und um ein weiteres Jahr verlängert werden können. Angekündigt ist ein Gehaltsnachweis von 3000$ pro Monat. Es soll u.A. die Möglichkeit geben, ein eigenes Bankkonto einzurichten.

Bis es so weit ist, haben Digitale Nomaden ggf. die Chance, mit dem ´Rentista´ Visum zu arbeiten. Einerseits müssen hierbei allerdings 60.000$ vor Ort als Sicherheit/ Deposit in der Bank eingezahlt werden und zum anderen scheinen die bürokratischen Hürden ziemlich hoch.

Bali

Welch eine Erleichterung – viele Digitale Nomaden dürften nun aufatmen. Indonesien hat offiziell ein Visum angekündigt, welches es ortsunabhängigen Selbstständigen oder Arbeitnehmern ermöglichen wird, von dem Digitalen Nomaden Hotspot schlechthin – Bali – zu arbeiten. Und das für ganze 5 Jahre! Die Beantragung des Visums soll möglich sein, sobald sich die aktuelle Lage etwas entspannt und die strengen Maßnahmen in Indonesien gelockert werden. Dann wird es wohl auch nähere Informationen zu Kosten und Voraussetzungen geben.

Mit etwas Glück könnt ihr dort bald remote arbeiten und in eurer Freizeit ähnlich verpeilte Fotos wie ich machen haha : 

Hier siehst du mich auf einem Ausflug zu einem Tempel. Mit einem Visum für mobiles Arbeiten vielleicht künftig öfter

Thailand

Viele schauen aktuell gespannt nach Thailand, um zu sehen, ob es künftig auch dort ein Visum für Ortsunabhängige geben wird:

  • Zum einen wurde 2021 ein Visum für ´Wealthy Global Citizen´ angekündigt: Das Visum soll für ganze 10 (!) Jahre gültig sein. Allerdings müssten wohl auch mindestens 80.000$ Einkommen pro Jahr nachgewiesen werden und mindestens 500.000$ in Immobilien oder Bonds investiert werden.
  • Zum anderen soll das bereits etablierte ´Smart Visa´ , welches ausländischen Fachkräften die Arbeit vor Ort erlaubt, ggf. reformiert werden, so dass künftig eventuell auch Digitale Nomaden/ Freelancer mit diesem Visum vor Ort arbeiten können.
  • Bis dahin könnte für Interessierte vielleicht auch das ´Elite Visa´ etwas sein.

Ich halte euch auf dem Laufenden, sollte es News geben! Es bleibt spannend!

Sri Lanka

Im August 2021 hat die Regierung von Sri Lanka ein neues Visum für Digitale Nomaden angekündigt, welches drei Monate lang gültig und 85 $ kosten soll. Viele Informationen gibt es noch nicht – wir werden sehen, ob es so kommen wird ;).

Sonstige Länder

Möglicherweise (!) wird es in Zukunft auch Visa für El Salvador, Belize, Kolumbien, Buenos Aires oder Panama für Digitale Nomaden geben. Seit Anfang 2021 kursieren im Internet immer wieder Artikel und Gerüchte, die mal mehr und mal weniger konkret klingen. Allerdings ist bislang davon Nichts sicher und erscheint zumindest aktuell noch sehr unsicher.

Wer kein Visum beantragen möchte, der kann sich in Europa zum Leben und Arbeiten einrichten. Auch exotischere Überseegebiete wie Guadeloupe zählen zur EU und ermöglichen die legale, remote Arbeit. Hier geht es zum Blogbeitrag mit allen Überseegebieten und relevanten Informationen. 

 

Fazit

Ich bin selber ganz baff, wie viel und schnell sich in den letzten Jahren geändert hat! Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Länder eine legale Grundlage für das Leben & die mobile Arbeit von Digitalen Nomaden schaffen wollen. Dabei bleibt natürlich zu hoffen, dass bald weitere Länder niedrigschwellige Angebote machen (und nicht nur finanzstarke Investoren aus dem Ausland anlocken werden). 

Auf was sollte man achten, um für sich das richtige Digitale-Nomaden-Visum zu finden?

TIPP Numero 1

Du solltest – wie auch bei allen anderen Visa – wirklich deine Hausaufgaben machen und dich genaustens über die Visavoraussetzungen informieren. Schließlich wirst du Gebühren zahlen und es ist verdammt ärgerlich, wenn das Visum auf Grund eines formalen Fehlers nicht genehmigt werden sollte.

Gerade weil Visa für Digitale Nomaden so neu sind (und es aktuell ja darüber hinaus wechselnde Reise-Einschränkungen gibt), kann sich in kurzer Zeit viel ändern. Daher prüft immer selber nochmal genau, ob die genannten Visa-Bedingungen noch gelten oder ob sich in der Zwischenzeit etwas geändert hat.

TIPP Numero 2

Beachte unbedingt die Anreisemöglichkeiten! Wie gesehen, bieten aktuell insbesondere Inseln Visa zum remote Arbeiten an. Vielleicht gibt es einen Direktflug. Vielleicht musst du aber auch 2 oder 3 Flüge nehmen und am Ende mit der Fähre übersetzen. Die Unterschiede können gewaltig sein und speziell in der aktuellen Lage sind nicht alle Insel-Flughäfen durchgehend geöffnet.

TIPP Numero 3

Vergleiche die Kosten! Bei meinen Recherchen ist mir schnell aufgefallen, wie unterschiedlich sich die jeweiligen Lebenshaltungskosten zusammensetzen können. Auf der einen Insel kosten spezielle (z.B. vegane) Lebensmittel ein Vermögen, während dir auf anderen Inseln eher die Unterkunftskosten die Schuhe ausziehen. Informiere dich daher nochmal genauer, welches Visum zu deinen ganz individuellen Wünschen und Vorstellungen passt.

TIPP Numero 4 

Falls du noch am Anfang stehst oder dich aktuell eher für Freiwilligeneinsätze bzw. Arbeit gegen Unterkunft & Logi interessierst, ist vielleicht ein Volunteer/ Workaway Einsatz interessanter für dich. Oft suchen auch Coliving Spaces nach Freiwilligen; großer Vorteil: in deiner Freizeit kannst du meistens die CoWorking Büros kostenlos mitnutzen, dich inspirieren lassen und langsam ein Netzwerk zu anderen Digitalen Nomaden aufbauen.

Ich frage mich: In welchem Land würdest du gerne ortsunabhängig arbeiten? Ich freue mich über deinen Kommentar!  

Falls du dich weiter über Digitales Nomadentum informieren möchtest, klick dich gerne durch: Beispielweise habe ich bereits einen Beitrag veröffentlich, welcher sich mit der Frage beschäftigt ´Wohin soll ich als Digitaler Nomade reisen?´? Es werden die elf ultimativen Kriterien behandelt, auf die du achten solltest, wenn du dich irgendwo niederlassen möchtest. Und wenn dir das Alles noch etwas zu wild erscheint, ist für den Anfang eine organisierte Workation vielleicht eher das Richtige für dich. Hier kommst du zum Artikel „Workation Anbieter Weltweit“

PS: Dieser Artikel bezieht sich bewusst auf außereuropäische Länder, da der Großteil der Leser vermutlich einen EU-Pass besitzt. In diesem Fall gilt die ´Freizügigkeit´, welche das Arbeiten innerhalb Europas ohne Visa ermöglicht.

EINFACH UNGEWÖHNLICH GUT
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Ich bin Julia, eine Kölnerin die es liebt, das Leben zu entdecken.

Ich weiß mittlerweile: Es darf einfach, etwas crazy und dennoch gut sein! Komm mit und lass uns gemeinsam das Leben aufmischen.

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